Health-Startups in Wien: Wer die Gesundheit von morgen baut
Health-Startups in Wien und Österreich: 24 Firmen mit Karte, von KI-Diagnostik bis Therapie vor Ort, und was Gründer beachten sollten.
Karte: 24 Health-Startups in Wien und Österreich
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Wien, 23 Bezirke
Österreich
Art des Angebots
- 13 digital
- 5 hybrid, digital und vor Ort
- 6 vor Ort
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Health-Startups in Wien entwickeln KI-Diagnostik, digitale Therapien und neue Formen der Versorgung. Wien ist dafür Österreichs größter Standort: LISAvienna zählte 2023 rund 750 Life-Science-Organisationen mit 49.000 Beschäftigten. Diese Übersicht zeigt 15 Health-Startups aus Wien und 9 aus ganz Österreich, mit Karte, und warum manche Angebote nur vor Ort funktionieren.
Wien als Standort für Health-Startups
Laut LISAvienna arbeiteten 2023 in den Wiener Life Sciences rund 750 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Organisationen mit 49.000 Beschäftigten. Knapp 650 davon sind Unternehmen aus Biotech, Pharma und Medizinprodukten. Sie erzielten mit 33.655 Beschäftigten rund 22,7 Milliarden Euro Umsatz.
Auffällig jung ist die Wiener Medizintechnik. 43 Prozent der Wiener Medizinprodukte-Unternehmen mit eigener Forschung, Entwicklung oder Produktion waren Ende 2023 höchstens fünf Jahre alt, und 57 Prozent der innovativen Medizintechnikfirmen hatten Software für Medizin, Telemedizin oder E-Health im Entwicklungsportfolio (LISAvienna, Medizinprodukte aus Wien).
Österreichweit zählt der Life Science Report Austria 2024 mehr als 1.170 Unternehmen mit rund 73.400 Beschäftigten und knapp 40 Milliarden Euro Umsatz. Zwischen 2021 und 2023 kamen 146 Neugründungen dazu, viele davon als Spin-offs von Universitäten (Life Science Austria). Im Austrian Startup Monitor 2025 sind Life Sciences und Biotechnologie für 14 Prozent der Tech-Startups ein prägendes Tätigkeitsfeld.
15 Health-Startups aus Wien
Die Auswahl zeigt Unternehmen mit Sitz in Wien, geordnet nach Schwerpunkt und nicht als Rangliste. Die Nummern entsprechen der Karte oben. Grundlage sind Impressum, Firmenbuch und die Angaben der Unternehmen, Stand September 2026.
KI für Diagnose und Befund
- 1 XUND: Ein KI-Gesundheitsassistent, der Symptome einordnet und Menschen zur passenden Versorgungsstelle lotst. XUND ist als Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert und wird unter anderem von Krankenversicherungen eingesetzt.
- 2 Symptoma: Ein KI-gestützter Symptom-Checker und Diagnoseassistent, der aus Symptomen mögliche Ursachen ableitet, auch seltene Erkrankungen. Symptoma wurde 2009 in Salzburg gegründet und hat heute seinen Sitz im 1. Bezirk in Wien.
- 3 contextflow: KI-Software für die Radiologie, die Lungen-CTs auswertet, etwa bei Lungenrundherden oder COPD. contextflow ist ein Spin-off der MedUni Wien, unterstützt von der TU Wien, und hat im Juni 2026 eine bindende Vereinbarung zur Übernahme durch das australische Unternehmen 4DMedical unterzeichnet.
- 4 ImageBiopsy Lab: KI-Software, die Röntgenbilder des Bewegungsapparats automatisch vermisst und auswertet, etwa von Knie, Hüfte und Wirbelsäule, mit Zulassungen in der EU und den USA.
- 5 Medicus AI: Eine Plattform, die Laborbefunde und Gesundheitsdaten in verständliche, persönliche Erklärungen übersetzt.
- 6 Scarletred: Standardisierte Bildgebung der Haut mit einem Hautpflaster und KI-Analyse, mit der sich Hautveränderungen objektiv messen lassen, vor allem in klinischen Studien.
Digitale Therapie und Mental Health
- 7 nyra health: Entwickelt die Therapie-App myReha für Sprach-, Kognitions- und Motoriktraining nach einem Schlaganfall, bei Demenz und anderen neurologischen Erkrankungen. myReha ist ein Medizinprodukt der Klasse IIa. Im Februar 2026 sammelte nyra health in einer Series A 20 Millionen Euro ein.
- 8 mySugr: Die App für das tägliche Diabetes-Management gehört seit 2017 zu Roche, das Unternehmen hat seinen Sitz weiter in Wien. Laut mySugr gibt es weltweit mehr als 7 Millionen registrierte Konten.
- 9 Freudio: Praxissoftware für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie klinische Psychologinnen und Psychologen, mit Terminen, Dokumentation, Abrechnung und Videositzungen. Freudio ist aus joinfloat entstanden, einem Spin-off der Universität Wien.
Diagnostik, Pflege und Hilfsmittel
- 10 Biome Diagnostics: Analysiert das Darmmikrobiom per Sequenzierung und maschinellem Lernen, unter anderem mit einem CE-IVD-Test zur Vorhersage des Ansprechens auf eine Krebs-Immuntherapie. Für Privatkunden gibt es Tests unter der Marke myBioma.
- 11 cogvis: 3D-Sensoren mit KI erkennen in Pflegeheimen und Spitälern Stürze, ohne mit Kamerabildern zu arbeiten, und warnen früh. Laut Unternehmen sind sie in über 260 Einrichtungen im Einsatz.
- 12 Turn-Motion: Individuell berechnete, KI-optimierte Orthesen aus dem 3D-Drucker, die sich laut Unternehmen deutlich schneller fertigen lassen als klassisch hergestellte.
Versorgung vor Ort
- 13 haelsi: Interdisziplinäre Gesundheitszentren mit Ärztinnen, Ärzten und Therapeutinnen und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen, ergänzt um Online-Terminbuchung und Online-Konsultationen.
- 14 tech2people: Ein Neuro-Therapiezentrum in der Seestadt, das Menschen nach einem Schlaganfall, mit Multipler Sklerose oder Querschnittlähmung mit Robotik wie Exoskeletten und mit klassischer Physiotherapie behandelt.
- 15 WeBorn: Ein Studio im 3. Bezirk mit angeleiteten Sauna- und Eisbad-Klassen, kombiniert mit Atemübungen, Meditation und Bewegung, laut Unternehmen für mehr Stressresistenz und Erholung.
Health-Startups in ganz Österreich
Auch außerhalb Wiens entstehen Health-Startups, etwa in Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Die Nummern entsprechen wieder der Karte.
| Nr. | Unternehmen | Ort | Schwerpunkt | Angebot |
|---|---|---|---|---|
| 16 | Instahelp | Graz | Psychologische Beratung per Video, Telefon und Chat | digital |
| 17 | Tyromotion | Graz | Robotische Therapiesysteme für die Neuroreha, Spin-off der TU Graz | vor Ort |
| 18 | Combyn Health Care | Graz | Gesundheitskiosk, der Herz-Kreislauf- und Körperwerte in wenigen Minuten misst | vor Ort |
| 19 | Fit-Up | Linz | Betriebliche Gesundheitsförderung mit Live-Kursen und KI-Haltungsanalyse | hybrid |
| 20 | DaphOS | Linz | KI für Dienst-, Personal- und Bettenplanung in Kliniken und Pflege | digital |
| 21 | cortEXplore | Perg | Neuronavigation mit Mixed Reality für Hirnchirurgie und Hirnstimulation | vor Ort |
| 22 | sleep² | Wals-Siezenheim | Schlaf-App mit digitalem Schlaftraining, Spin-off der Universität Salzburg | digital |
| 23 | because we care | Salzburg | Plattform für Arbeitgeber, die berufstätige pflegende Angehörige unterstützt | digital |
| 24 | BHS Technologies | Innsbruck | Robotisches 3D-Operationsmikroskop, gesteuert per Kopfbewegung | vor Ort |
Von den 24 Unternehmen arbeiten 13 rein digital, 5 verbinden digitale Werkzeuge mit Angeboten vor Ort, und 6 brauchen die Anwesenheit von Menschen oder Geräten an einem bestimmten Ort. In Wien liegen die Standorte dicht in den inneren Bezirken, mit Ausnahmen wie tech2people in der Seestadt oder ImageBiopsy Lab im 14. Bezirk.
Nicht alles ist KI: Was nur vor Ort funktioniert
Digitale Gesundheit ist in Österreich Alltag. Laut Statistik Austria suchten 2024 rund 65 Prozent der 16- bis 74-Jährigen online nach Gesundheitsinformationen, 28 Prozent buchten Arzttermine online und 23 Prozent riefen Befunde online ab. Online-Angebote anstelle eines Arzt- oder Spitalsbesuchs nutzten dagegen nur 7 Prozent.
Die Zahlen zeigen, wo die Grenze verläuft. Informationen, Termine und Befunde lassen sich gut digitalisieren. Was den Körper, die Bewegung oder die Erfahrung in einer Gruppe betrifft, braucht weiter einen Raum und Menschen, die dort sind. Das gilt für die Robotik-Therapie bei tech2people und Tyromotion ebenso wie für die Gesundheitszentren von haelsi. Auch die KI-Startups auf der Karte ersetzen keine Behandlung, sie bereiten sie vor oder unterstützen sie.
Holotropes Atmen bei Wien: Anda Atmen
Ein Beispiel für ein Angebot, das sich nicht digitalisieren lässt, ist Holotropes Atmen. Anda Atmen bietet Wochenendseminare für Holotropes Atmen nach Stanislav Grof an: für Wien und Umgebung im Schildbachhof in Baden bei Wien, außerdem im Bio Yoga Hof in Kitzbühel in Tirol. Die nächsten Termine sind am 10. und 11. April 2027 in Kitzbühel und am 25. und 26. September 2027 in Baden, jeweils ab 255 Euro zum Frühbucherpreis, regulär 295 Euro.
Das Format lebt von der Anwesenheit. Am Samstag stehen zwei Atemsitzungen auf dem Programm, in denen sich die Teilnehmenden zu zweit abwechseln: Eine Person atmet, die andere begleitet. Die intensive Atemphase dauert etwa 10 bis 15 Minuten, die ganze Sitzung zwei bis drei Stunden. Am Sonntag folgen Meditation, Austausch in Kleingruppen und Integration. Ein Team zu dritt, darunter eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut, begleitet höchstens 16 Teilnehmende. Die Seminare leitet Andreas Schuster, der das Curriculum „Holotropes Atmen“ bei Dr. Sylvester Walch am IHTP absolviert hat.
Wichtig für die Einordnung: In Österreich ist Holotropes Atmen keine anerkannte psychotherapeutische Methode, und es ist nicht für alle geeignet, etwa nicht bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, akuten Psychosen oder fortgeschrittener Schwangerschaft. Deshalb klärt Anda Atmen vorab mit einem Fragebogen, ob das Seminar passt. Ablauf, Anreise und Übernachtung beschreibt die Seite Holotropes Atmen bei Wien.
Health-Startup in Wien gründen: Worauf es ankommt
Wer ein Health-Startup gründet, hat neben Produkt und Finanzierung einige Themen früh auf dem Tisch.
- Rechtsform: Für Startups mit Investoren sind die GmbH und die FlexCo die üblichen Rechtsformen. Die FlexCo erleichtert unter anderem die Beteiligung von Mitarbeitenden. Den Ablauf erklären unsere Beiträge zur GmbH-Gründung und zur FlexCo-Gründung.
- Geschäftsanschrift: Für die Eintragung ins Firmenbuch braucht jede GmbH und FlexCo eine für Zustellungen maßgebliche Geschäftsanschrift. Solange Labor, Praxis oder Büro noch nicht feststehen, genügt dafür eine ladungsfähige Geschäftsadresse. Postservice.at bietet eine solche Adresse in der Seitenstettengasse 5/37 im 1. Bezirk ab 49 Euro netto im Monat bei jährlicher Zahlung.
- Medizinprodukt oder nicht: Software, die Krankheiten erkennt, überwacht oder behandelt, kann nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) ein Medizinprodukt sein. Dann braucht sie eine CE-Kennzeichnung, ab Klasse IIa nach Prüfung durch eine Benannte Stelle. XUND und die myReha-App von nyra health sind Beispiele für Software der Klasse IIa. Informationen zu Medizinprodukten in Österreich bietet das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG).
- Gesundheitsdaten: Gesundheitsdaten zählen nach der Datenschutz-Grundverordnung zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten. Sie dürfen nur unter strengen Voraussetzungen verarbeitet werden, zum Beispiel mit ausdrücklicher Einwilligung.
- Förderungen: Förderprogramme für innovative Gründungen gibt es unter anderem bei der Wirtschaftsagentur Wien und der Austria Wirtschaftsservice (aws). Einen Überblick gibt unser Förder-Radar, Hintergründe stehen im Beitrag zu Förderungen für KMU 2026.
Wer abwägt, ob zu Beginn ein Platz im Gründerzentrum oder eine Adresse ohne Büro besser passt, findet die Unterschiede im Vergleich Gründerzentrum oder Virtual Office.
Häufige Fragen
Welche Health-Startups gibt es in Wien?
Bekannte Health-Startups in Wien sind unter anderem XUND, Symptoma, contextflow, ImageBiopsy Lab, nyra health, mySugr, Scarletred, Biome Diagnostics und cogvis. Sie arbeiten an KI-Diagnostik, digitalen Therapien, Labordiagnostik und Pflegetechnik. Die Übersicht in diesem Beitrag nennt 15 Wiener Unternehmen mit Schwerpunkt und Standort.
Wie groß ist die Life-Science-Branche in Wien?
Laut LISAvienna arbeiteten 2023 in Wien rund 750 Life-Science-Organisationen mit 49.000 Beschäftigten. Knapp 650 Unternehmen aus Biotech, Pharma und Medizinprodukten erzielten rund 22,7 Milliarden Euro Umsatz.
Ist eine Gesundheits-App ein Medizinprodukt?
Das hängt vom Zweck ab. Software, die Krankheiten erkennt, überwacht oder behandelt, kann nach der EU-Medizinprodukteverordnung ein Medizinprodukt sein und braucht dann eine CE-Kennzeichnung. Reine Informations- oder Wellness-Apps fallen in der Regel nicht darunter.
Wo gibt es Holotropes Atmen in der Nähe von Wien?
Anda Atmen bietet Wochenendseminare für Holotropes Atmen im Schildbachhof in Baden bei Wien an, der nächste Termin dort ist am 25. und 26. September 2027. Ein Team zu dritt, darunter eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut, begleitet höchstens 16 Teilnehmende. Vorab klärt ein Fragebogen, ob das Seminar passt.
Braucht ein Health-Startup eine eigene Geschäftsadresse?
Eine GmbH oder FlexCo braucht für die Eintragung ins Firmenbuch eine für Zustellungen maßgebliche Geschäftsanschrift. Ein eigenes Büro ist dafür nicht nötig: Eine ladungsfähige Geschäftsadresse reicht, solange dort Post zuverlässig angenommen wird.
Quellen
- LISAvienna: Life Sciences in Wien
- LISAvienna: Medizinprodukte aus Wien
- Life Science Austria: Interesting Facts, Life Science Report Austria 2024
- Austrian Startup Monitor 2025, Presseaussendung vom 21. April 2026
- Statistik Austria: IKT-Einsatz in Haushalten 2024, Gesundheit (PDF)
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte
- EUR-Lex: Datenschutz-Grundverordnung
- BASG: Medizinprodukte
- Sozialministerium: Patienteninformation zu den anerkannten Psychotherapiemethoden (PDF)
- Wirtschaftsagentur Wien: Förderungen
- Angaben zu den Unternehmen: Websites und Impressum der Unternehmen sowie Firmenbuchdaten, abgerufen im September 2026
Alle Angaben mit Stand September 2026. Die Auswahl ist nicht vollständig und keine Rangliste. Vorschaubild: Foto von Tom Claes auf Unsplash.
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