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Gründung & Rechtsformen

GmbH gründen: Anleitung Österreich 2026

GmbH gründen in Österreich 2026: Stammkapital ab 10.000 Euro, Gesamtkosten rund 1.500 bis 3.550 Euro und jeder Schritt bis zum Firmenbuch.

22. Januar 2026(aktualisiert: 14. August 2026)13 Min. Lesezeit

Die GmbH-Gründung in Österreich erfordert seit 2024 ein Mindeststammkapital von nur noch 10.000 Euro (davon 5.000 Euro sofort einzuzahlen), einen notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag und die Eintragung ins Firmenbuch. Die Gesamtkosten für Notar, Gericht und Beratung liegen zwischen rund 1.500 und 3.550 Euro. Von der ersten Idee bis zur eingetragenen GmbH vergehen typischerweise 2 bis 4 Wochen. Die GmbH ist die beliebteste Kapitalgesellschaftsform in Österreich.

Warum eine GmbH gründen?

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist die am weitesten verbreitete Kapitalgesellschaftsform in Österreich. Das Gründungsgeschehen in Österreich ist insgesamt lebhaft: Laut Statistik Austria wurden 2023 rund 37.576 Unternehmen neu gegründet, das entspricht einer Gründungsrate von 6,2 Prozent. Diese Beliebtheit kommt nicht von ungefähr: Die GmbH verbindet die Vorteile einer Kapitalgesellschaft mit vergleichsweise überschaubaren Gründungskosten.

Der wichtigste Vorteil liegt in der beschränkten Haftung. Als Gesellschafter haften Sie nur mit Ihrer Einlage, nicht mit Ihrem Privatvermögen. Das bedeutet konkret: Wenn die GmbH Schulden macht und diese nicht begleichen kann, bleibt Ihr Haus, Ihr Auto und Ihr Erspartes geschützt. Diese Haftungsbeschränkung macht die GmbH besonders attraktiv für Geschäftsmodelle mit höheren Risiken oder bei Fremdfinanzierung.

Hinzu kommt die hohe Glaubwürdigkeit gegenüber Geschäftspartnern. Banken vergeben Kredite an GmbHs leichter als an Einzelunternehmer, Lieferanten gewähren großzügigere Zahlungsziele und potenzielle Kunden nehmen eine GmbH als etablierter wahr. Die steuerlichen Vorteile runden das Bild ab: Mit einer Körperschaftsteuer von 23 Prozent (seit 2024) und der Möglichkeit, Gewinne thesauriert im Unternehmen zu belassen, lässt sich die Steuerlast deutlich besser planen als bei einem Einzelunternehmen.

Die GmbH ist die ideale Rechtsform für Unternehmer, die professionell auftreten, Haftungsrisiken begrenzen und steuerlich optimieren möchten. Wer sich für die GmbH-Gründung mit Virtual Office entscheidet, spart dabei von Anfang an Fixkosten.

Voraussetzungen für die GmbH-Gründung

Persönliche Voraussetzungen

  • Mindestalter 18 Jahre für Gesellschafter und Geschäftsführer
  • Keine Gewerbeausschlussgründe (bestimmte Vorstrafen)
  • EU/EWR-Staatsbürgerschaft oder gültige Aufenthaltserlaubnis (für Geschäftsführer)
  • Mindestens 1 Gesellschafter (Einpersonen-GmbH möglich)
  • Mindestens 1 Geschäftsführer (muss nicht Gesellschafter sein)

Sachliche Voraussetzungen

Neben den persönlichen Voraussetzungen müssen auch einige sachliche Anforderungen erfüllt sein. Das Mindeststammkapital beträgt seit 1. Jänner 2024 laut GmbH-Gesetz 10.000 Euro, wovon mindestens 5.000 Euro sofort bar einzuzahlen sind. Der Gesellschaftsvertrag muss notariell beglaubigt werden, was zusätzliche Kosten verursacht, aber gleichzeitig Rechtssicherheit schafft.

Besonders wichtig ist die ladungsfähige Geschäftsadresse als Firmensitz. Diese Adresse wird im Firmenbuch eingetragen und muss für behördliche Zustellungen erreichbar sein. Ein reines Postfach reicht nicht aus. Viele Gründer nutzen daher ein virtuelles Büro im 1. Wiener Bezirk, um von Beginn an eine repräsentative Adresse im Zentrum zu haben, ohne teure Bürokosten zu tragen. Der Firmenwortlaut muss den Zusatz "GmbH" enthalten und darf keine Verwechslungsgefahr mit bereits eingetragenen Unternehmen aufweisen.

Stammkapital seit 2024

Mit dem GesRÄG 2023 wurde das Mindeststammkapital der GmbH ab 1. Jänner 2024 laut GmbH-Gesetz dauerhaft auf 10.000 Euro gesenkt. Die frühere Gründungsprivilegierung ist damit gegenstandslos geworden, da sie denselben Betrag nur befristet ermöglichte und das reguläre Mindestkapital seither ohnehin bei 10.000 Euro liegt. Eine Gesellschaftsteuer auf die Kapitalzufuhr fällt seit der Abschaffung 2016 nicht mehr an.

KriteriumAktuell (seit 2024)
Mindeststammkapital10.000 Euro
Mindesteinzahlung5.000 Euro (50%)
GültigkeitsdauerUnbegrenzt
Haftung GesellschafterBis zur Stammeinlage

Die deutlich niedrigere Kapitalanforderung macht die GmbH-Gründung in Österreich noch zugänglicher. Mit nur 5.000 Euro sofort fälliger Einlage liegt die Hürde im Bereich dessen, was die meisten Gründer ohne Bankfinanzierung aufbringen können.

GmbH gründen: Schritt für Schritt

Schritt 1: Planung und Vorbereitung

Bevor Sie zum Notar gehen, klären Sie folgende Fragen:

  1. Firmenwortlaut festlegen - Der Name muss neu und unterscheidbar sein. Prüfen Sie die Verfügbarkeit im Firmenbuch (firmenbuch.at oder justiz.gv.at); welche Abfragen dabei gratis sind, zeigt der Ratgeber Firmenbuch kostenlos abfragen.
  2. Gesellschafter bestimmen - Wer beteiligt sich mit welcher Stammeinlage?
  3. Geschäftsführer benennen - Wer führt die Geschäfte? Selbst- oder Fremdgeschäftsführung?
  4. Unternehmensgegenstand definieren - Was macht die GmbH? Möglichst breit formulieren.
  5. Firmensitz wählen - Ladungsfähige Adresse für den Gesellschaftsvertrag.
  6. Geschäftsjahr festlegen - Kalenderjahr oder abweichendes Wirtschaftsjahr?

Schritt 2: Gesellschaftsvertrag errichten

Der Gesellschaftsvertrag (Satzung) ist das Grunddokument Ihrer GmbH. Er muss notariell beurkundet werden und mindestens folgende Punkte enthalten:

  • Firma und Sitz der Gesellschaft
  • Unternehmensgegenstand
  • Höhe des Stammkapitals
  • Stammeinlagen der einzelnen Gesellschafter
  • Geschäftsführung und Vertretung
  • Gesellschafterversammlung und Beschlussfassung
  • Gewinnverteilung
  • Regelungen bei Ausscheiden eines Gesellschafters
  • Dauer der Gesellschaft (befristet oder unbefristet)

Der Notar berät Sie bei der Vertragsgestaltung und erstellt den Vertrag. Kosten: 800-2.500 Euro je nach Komplexität.

Tipp: Ein Mustergesellschaftsvertrag (Errichtungserklärung bei Einpersonen-GmbH) ist günstiger, bietet aber weniger individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Für komplexere Gründungen mit mehreren Gesellschaftern lohnt sich ein individuell gestalteter Vertrag. Ob sich dieser Schritt in Ihrem Fall auch digital erledigen lässt, klärt der Artikel GmbH online gründen, der die vereinfachte Gründung und den Notariatsakt per Video gegenüberstellt.

Schritt 3: Geschäftskonto eröffnen und Stammkapital einzahlen

Nach der Vertragsunterzeichnung eröffnen Sie ein Geschäftskonto auf den Namen der "GmbH in Gründung" (GmbH i.G.). Folgende Banken bieten Geschäftskonten für GmbH-Gründungen an:

  • Erste Bank / Sparkasse
  • Raiffeisen
  • Bank Austria
  • BAWAG
  • Diverse Neobanken (Holvi, Qonto, N26 Business)

Zahlen Sie mindestens die Hälfte des Stammkapitals ein, also mindestens 5.000 Euro. Die Bank stellt eine Einzahlungsbestätigung aus, die Sie für das Firmenbuch benötigen.

Schritt 4: Musterzeichnung beim Notar

Jeder Geschäftsführer muss seine Unterschrift beim Notar beglaubigen lassen. Diese Musterzeichnung wird beim Firmenbuchgericht hinterlegt und dient zur Überprüfung der Zeichnungsberechtigung.

Kosten: ca. 30-50 Euro pro Geschäftsführer.

Schritt 5: Firmenbuchanmeldung

Der Notar reicht den Firmenbuchantrag beim zuständigen Landesgericht ein. Dieser Schritt ist entscheidend, denn erst mit der Eintragung entsteht Ihre GmbH rechtlich. Vorher handeln Sie als "GmbH in Gründung" (GmbH i.G.) und haften noch persönlich. Dem Antrag müssen folgende Unterlagen beiliegen:

  1. Gesellschaftsvertrag in notarieller Ausfertigung
  2. Bankbestätigung über die Stammkapitaleinlage
  3. Musterzeichnungen der Geschäftsführer
  4. Gesellschafterliste
  5. Adressnachweis des Firmensitzes

Die Eintragung dauert in der Regel 1-3 Wochen. Details zum gesamten Prozess finden Sie in unserem Artikel zur Firmenbuch-Eintragung in Österreich.

Für den Firmensitz benötigen Sie eine ladungsfähige Geschäftsadresse. Diese muss eine echte physische Adresse sein, an der Zustellungen möglich sind. Ein Postfach wird vom Firmenbuchgericht nicht akzeptiert.

Schritt 6: Steuerliche Erfassung

Nach der Firmenbucheintragung müssen Sie Ihre GmbH beim zuständigen Finanzamt anmelden:

  1. Fragebogen Verf24 ausfüllen (online über FinanzOnline)
  2. Steuernummer wird zugeteilt
  3. UID-Nummer wird vergeben (für EU-weite Geschäfte), danach im UID-Prüfer kostenlos prüfbar
  4. Körperschaftsteuer-Vorauszahlung wird festgesetzt
  5. Umsatzsteuer-Erfassung (Regelbesteuerung oder Kleinunternehmerregelung)

Schritt 7: Gewerbeanmeldung

Die GmbH als juristische Person benötigt eine eigene Gewerbeberechtigung. Die Anmeldung erfolgt beim zuständigen Magistrat oder der Bezirkshauptmannschaft. Bei reglementierten Gewerben muss ein gewerberechtlicher Geschäftsführer bestellt werden, der die entsprechenden Qualifikationen mitbringt.

Die Gewerbeanmeldung in Österreich ist ein eigener Verwaltungsakt, der unabhängig von der Firmenbucheintragung erfolgt. Erst wenn beide Schritte abgeschlossen sind, darf die GmbH ihre gewerbliche Tätigkeit aufnehmen. Bei freien Gewerben geht die Anmeldung schnell, bei reglementierten Gewerben sollten Sie mit einer Bearbeitungszeit von zwei bis vier Wochen rechnen.

Schritt 8: Sozialversicherung

Der GmbH-Geschäftsführer unterliegt je nach Beteiligungshöhe unterschiedlichen Sozialversicherungssystemen:

BeteiligungSozialversicherungBeitragsgrundlage
Unter 25%ASVG (wie Angestellter)Gehalt
25-50%GSVG (Selbständige)Gewinn bzw. Gehalt
Über 50%GSVG (Selbständige)Gewinn
100% (Einpersonen-GmbH)GSVG (Selbständige)Gewinn

Kosten der GmbH-Gründung im Überblick

KostenpunktBetragAnmerkung
Stammkapital10.000 Euro (5.000 einzuzahlen)Auf Firmenkonto
Notarkosten Gesellschaftsvertrag800-2.500 EuroJe nach Komplexität
Musterzeichnung30-50 Euro/PersonPro Geschäftsführer
Firmenbuchgebühr493 Euro44 Euro Eingabe + 449 Euro Ersteintragung (Stand 01.04.2025), entfällt bei NeuFöG
VeröffentlichungGebührenfreiEdiktsdatei, seit Juli 2023 ohne Kosten
GewerbeanmeldungGebührenfreiKeine Stempelgebühren laut USP
Geschäftsadresse (Virtual Office)Ab 49 Euro/MonatLaufend
Steuerberater (Erstberatung)200-500 EuroEmpfohlen
Gesamtkosten ohne Stammkapital: ca. 1.520-3.550 Euro, mit NeuFöG-Befreiung von den Firmenbuchgebühren ca. 1.030-3.050 Euro

Die Gerichtsgebühren richten sich nach dem Gerichtsgebührengesetz, die Befreiung für Neugründer regelt das Neugründungs-Förderungsgesetz. (Stand: August 2026)

Hinweis: Ältere Ratgeber nennen oft rund 300 Euro Firmenbuchgebühr und eine kostenpflichtige Veröffentlichung. Beides ist überholt: Die Gerichtsgebühren wurden zum 01.04.2025 angehoben, und die Bekanntmachung läuft seit Juli 2023 gebührenfrei über die Ediktsdatei. Hinweis: Eine Gesellschaftsteuer auf die Kapitalzufuhr fällt seit ihrer Abschaffung 2016 nicht mehr an.

Mit einem Virtual Office statt eigenem Büro starten Sie Ihre GmbH mit einem Gesamtbudget von rund 6.520-8.550 Euro (5.000 Euro Stammeinlage plus Gründungskosten).

GmbH-Gründung mit Virtual Office

Kann ich eine GmbH mit virtueller Geschäftsadresse gründen?

Ja, eine GmbH lässt sich in Österreich mit einer virtuellen Geschäftsadresse gründen. Voraussetzung sind eine schriftliche Zustimmungserklärung des Adressgebers für die Firmenbuchanmeldung und die Eintragung der Adresse als Geschäftsanschrift im Firmenbuch. Das Firmenbuchgericht verlangt laut Firmenbuchgesetz eine echte, im Inland zustellfähige Anschrift, ein Postfach wird abgelehnt. Nach der Eintragung ist die Adresse über JustizOnline öffentlich einsehbar. (Stand: August 2026)

Ein Virtual Office ist die kosteneffiziente Lösung für den GmbH-Firmensitz. Statt 800+ Euro monatlich für ein eigenes Büro zahlen Sie ab 49 Euro für eine vollwertige Geschäftsadresse in Wien im 1. Bezirk. Gerade in der Gründungsphase, wenn jeder Euro zählt, macht dieser Unterschied einen erheblichen Beitrag zur Liquidität.

Die Adresse Seitenstettengasse 5 im ersten Bezirk erfüllt alle Anforderungen des Firmenbuchgerichts und wird von Geschäftspartnern als seriöser Standort wahrgenommen. Ihre Post wird täglich verarbeitet, Sie erhalten Benachrichtigungen und können Briefe entweder scannen lassen oder persönlich abholen. Das Firmenschild mit Ihrem GmbH-Namen sorgt dafür, dass die Adresse tatsächlich ladungsfähig ist.

Die Vorteile für Ihre GmbH-Gründung im Überblick:

  • Echte physische Adresse (kein Postfach)
  • Sofort nutzbar für den Gesellschaftsvertrag
  • Firmenschild mit Ihrem GmbH-Namen
  • Ladungsfähig für das Firmenbuchgericht
  • RSb-Annahme durch Bevollmächtigte (Premium-Paket)
  • Selbstabholung Mo-So oder digital per Scan erhalten
  • Keine langen Vertragsbindungen
Wichtig: RSa-Briefe darf neben dem Empfänger auch eine Person mit Postvollmacht übernehmen. Ausgeschlossen ist nur die Ersatzzustellung an Personen ohne Postvollmacht sowie die Annahme von Sendungen mit dem Vermerk "Nicht an Postbevollmächtigte". RSb-Briefe können zusätzlich auch von Ersatzempfängern angenommen werden.

Informieren Sie sich über die verschiedenen Pakete und Preise oder lesen Sie mehr über die GmbH-Gründung mit Virtual Office.

GmbH vs. andere Rechtsformen

KriteriumGmbHEinzelunternehmenOGKG
HaftungBeschränkt auf EinlageUnbeschränktUnbeschränkt (alle)Komplementaer unbeschränkt
Mindestkapital10.000 EuroKeinesKeinesKeines
Gründungskostenca. 1.520-3.550 EuroGebührenfrei500-1.500 Euro500-1.500 Euro
BesteuerungKöSt 23% + KESt 27,5%ESt bis 55%ESt bis 55%ESt bis 55%
FirmenbuchPflichtAb 700.000 UmsatzPflichtPflicht
GeschäftsführerJa (bestellt)InhaberAlle GesellschafterKomplementaer
Image/VertrauenSehr hochMittelHochHoch

Die GmbH lohnt sich steuerlich ab einem Gewinn von ca. 60.000-80.000 Euro jährlich. Darunter kann ein Einzelunternehmen günstiger sein, da die progressive Einkommensteuer bei niedrigeren Gewinnen unter dem Körperschaftsteuersatz liegt. Die Wahl der Rechtsform sollte jedoch nicht nur steuerlich motiviert sein: Haftungsfragen, Außenwahrnehmung und Wachstumsperspektiven spielen eine ebenso wichtige Rolle.

Seit 1. Jänner 2024 gibt es mit der FlexCo (Flexible Kapitalgesellschaft) eine weitere Kapitalgesellschaftsform, die auf demselben Mindeststammkapital von 10.000 Euro aufbaut, subsidiär GmbH-Recht anwendet, aber zusätzlich Unternehmenswert-Anteile für Mitarbeiterbeteiligung sowie eine vereinfachte Anteilsübertragung erlaubt. Für einfache Gründungen ohne Mitarbeiterbeteiligung bleibt die klassische GmbH meist die einfachere Wahl. Den ausführlichen Vergleich beider Rechtsformen finden Sie im Artikel FlexCo vs. GmbH.

Laufende Pflichten der GmbH

Nach der Gründung beginnt der reguläre Geschäftsbetrieb, und damit kommen diverse laufende Pflichten auf Sie zu. Die GmbH unterliegt von Tag eins an der Bilanzierungspflicht, das heißt Sie müssen eine doppelte Buchführung einrichten. Die meisten Geschäftsführer arbeiten dafür mit einem Steuerberater zusammen, da die Komplexität deutlich über die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung eines Einzelunternehmens hinausgeht.

Der Jahresabschluss muss innerhalb von neun Monaten nach dem Bilanzstichtag beim Firmenbuch eingereicht werden. Bei verspäteter Einreichung drohen Zwangsstrafen ab 700 Euro pro Geschäftsführer. Diese Frist sollten Sie von Anfang an im Kalender vermerken. Zusätzlich fallen die Körperschaftsteuererklärung, Umsatzsteuervoranmeldungen und bei Mitarbeitern die Lohnverrechnung an. Was ein Mitarbeiter den Arbeitgeber über das Bruttogehalt hinaus tatsächlich kostet, rechnet der Lohnnebenkosten-Rechner durch.

Die wichtigsten laufenden Pflichten im Überblick:

  • Doppelte Buchführung (Bilanzierungspflicht ab Tag 1)
  • Jahresabschluss erstellen und beim Firmenbuch einreichen (binnen 9 Monaten)
  • Körperschaftsteuererklärung jährlich
  • Umsatzsteuervoranmeldung monatlich oder quartalsweise
  • Lohnverrechnung (falls Mitarbeiter beschäftigt werden)
  • Gesellschafterversammlung mindestens einmal jährlich
  • Änderungsmeldungen an das Firmenbuch (unverzüglich)

Weiterführende Artikel

Sie planen Ihre Unternehmensgründung und möchten sich umfassend informieren? Diese Artikel helfen Ihnen bei den nächsten Schritten:

Häufige Fragen

Wie viel Stammkapital brauche ich wirklich?

Seit 1. Jänner 2024 beträgt das reguläre Mindeststammkapital laut GmbH-Gesetz 10.000 Euro, wovon 5.000 Euro sofort auf das Geschäftskonto eingezahlt werden müssen. Das frühere Gründungsprivileg ist damit gegenstandslos: Es ermöglichte denselben Betrag nur befristet, während er seit der Reform 2024 dauerhaft für alle GmbH-Gründungen gilt. Die restlichen 5.000 Euro sind laut Gesellschaftsvertrag bzw. auf Einforderung der Geschäftsführung einzubringen.

Kann ich eine GmbH alleine gründen?

Ja, die Einpersonen-GmbH ist in Österreich ausdrücklich vorgesehen. Sie sind dann alleiniger Gesellschafter und können sich auch selbst als Geschäftsführer bestellen. Der Gesellschaftsvertrag heißt in diesem Fall "Errichtungserklärung".

Wie lange dauert die GmbH-Gründung insgesamt?

Vom ersten Notartermin bis zur Firmenbucheintragung vergehen typischerweise 2-4 Wochen. Wenn alle Unterlagen vorbereitet sind und der Notar zeitnah einen Termin hat, kann es auch schneller gehen. Die längste Wartezeit entsteht meist bei der Firmenbucheintragung (1-3 Wochen).

Brauche ich einen Steuerberater für die GmbH-Gründung?

Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Steuerberater nicht. Für die GmbH mit Bilanzierungspflicht und Körperschaftsteuer ist professionelle steuerliche Beratung aber dringend empfohlen. Die Kosten für einen Steuerberater (ca. 200-500 Euro monatlich) rechnen sich durch Steueroptimierung oft schnell.

Was ist der Unterschied zwischen GmbH und GmbH & Co KG?

Bei der GmbH & Co KG ist eine GmbH der persönlich haftende Gesellschafter (Komplementaer) der KG. Das kombiniert die Haftungsbeschränkung der GmbH mit den steuerlichen Vorteilen der Personengesellschaft (keine Körperschaftsteuer, direkte Versteuerung bei den Gesellschaftern). Die Struktur ist komplexer und teurer in der Gründung, bietet aber bei hohen Gewinnen steuerliche Vorteile.

Quellen

gmbhgründunggesellschaftsvertragstammkapitalfirmenbuch

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