Firmengründungen Österreich 2026: Zahlen
Aktuelle Gründungszahlen für Österreich: Neugründungen pro Jahr, Verteilung nach Rechtsformen und die Kosten einer GmbH- oder FlexCo-Gründung. Alle Angaben mit benannten Quellen und Abrufdatum.
Unternehmensneugründungen in Österreich
39.554
im Jahr 2024 (+5 % gegenüber 2023)
Quelle: Statistik Austria, Unternehmensdemografie. Stand: 5. Oktober 2026.
Im Jahr 2024 wurden in Österreich 39.554 Unternehmen neu gegründet, rund fünf Prozent mehr als 2023 und der höchste Wert seit der methodischen Umstellung 2021. Die Neugründungsrate lag bei 6,3 Prozent. Die Mehrheit gründet als Einzelunternehmen; das Mindeststammkapital einer GmbH oder FlexCo beträgt 10.000 Euro. Unterjährig verzeichnete die Statistik Austria im 2. Quartal 2026 vorläufig 15.533 Registrierungen rechtlicher Einheiten, um 11,1 Prozent weniger als im 2. Quartal 2025.
Quellen: Statistik Austria (Unternehmensdemografie sowie Registrierungen und Insolvenzen) und Unternehmensserviceportal (USP). Stand: 5. Oktober 2026.
Neugründungen pro Jahr in Österreich
Die Zahl der Unternehmensneugründungen ist zwischen 2021 und 2024 kontinuierlich gestiegen, von 35.371 auf 39.554. Alle vier Werte stammen aus derselben amtlichen Zeitreihe der Statistik Austria und sind untereinander vergleichbar (methodische Umstellung ab dem Berichtsjahr 2021).
| Jahr | Neugründungen | Neugründungsrate | Quelle |
|---|---|---|---|
| 2021 | 35.371 | 6,0 % | Statistik Austria (2021) |
| 2022 | 36.294 | 6,2 % | Statistik Austria (2022) |
| 2023 | 37.576 | 6,2 % | Statistik Austria (2023) |
| 2024 | 39.554 | 6,3 % | Statistik Austria (2024) |
Pro Neugründung entstanden 2024 im Schnitt 1,2 Arbeitsplätze; 89,1 Prozent der neuen Unternehmen entfielen auf den Dienstleistungsbereich (Quelle: Statistik Austria, Unternehmensdemografie 2024, veröffentlicht am 30. Juni 2026).
Aktuelle Frühindikatoren 2025/2026
Die jährliche Unternehmensdemografie erscheint jeweils Ende Juni mit rund eineinhalb Jahren Nachlauf; die Zahlen für 2024 sind damit der aktuellste verfügbare Jahreswert. Unterjährige Entwicklungen bildet die Statistik Austria über die quartalsweise Statistik Registrierungen und Insolvenzen ab. Registrierungen rechtlicher Einheiten sind ein administrativer Frühindikator und nicht mit tatsächlichen Unternehmensgründungen gleichzusetzen.
- 2. Quartal 2026 (vorläufig): 15.533 Registrierungen rechtlicher Einheiten, um 11,1 Prozent weniger als im 2. Quartal 2025 (17.477).
- 1. Halbjahr 2026 (vorläufig): 34.765 Registrierungen, um 5,9 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2025 (36.954).
- Gesamtjahr 2025 (vorläufig): 70.741 Registrierungen, nach 65.279 im Jahr 2024.
- Insolvenzen als Kontrast: Im 2. Quartal 2026 sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 3,0 Prozent auf 1.668 (2. Quartal 2025: 1.720). Für das Gesamtjahr 2025 weist die Statistik Austria vorläufig 6.793 Insolvenzen aus, nach 6.522 im Jahr 2024.
Quellen: Statistik Austria, Registrierungen und Insolvenzen Q2 2026, veröffentlicht am 7. August 2026, sowie die Detailtabellen Registrierungen bis Q2/2026 und Insolvenzen bis Q2/2026 (Stand der Daten: Juli 2026), abgerufen am 5. Oktober 2026. Die Werte ab dem 3. Quartal 2025 sind vorläufig und werden laufend revidiert: Das 1. Quartal 2026 etwa steht nach der Erstmeldung von 18.021 inzwischen bei 19.232 Registrierungen. Die Zahlen für das 3. Quartal 2026 veröffentlicht die Statistik Austria am 10. November 2026.
Quellen
- Statistik Austria: Unternehmensdemografie 2024 (30.06.2026)
- Statistik Austria: Unternehmensdemografie 2023 (27.06.2025)
- Statistik Austria: Unternehmensdemografie 2022 (28.06.2024)
- Statistik Austria: Allgemeine Unternehmensdemografie (Übersicht)
- Statistik Austria: Registrierungen und Insolvenzen Q2 2026 (07.08.2026)
- Statistik Austria: Registrierungen bis Q2/2026, Detailtabelle (Stand der Daten Juli 2026)
- Statistik Austria: Registrierungen und Insolvenzen (Übersicht)
Rechtsformen der Neugründungen
Die meisten neu gegründeten Unternehmen in Österreich sind Einzelunternehmen. 2023 gründeten 76,6 Prozent aller Gründerinnen und Gründer als Einzelunternehmen; die übrigen entfielen auf Kapital- und Personengesellschaften wie GmbH, FlexCo, OG und KG. Die FlexCo steht als Rechtsform erst seit 2024 zur Verfügung, weshalb dafür noch keine mehrjährige Zeitreihe vorliegt.
| Merkmal der Neugründungen | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|
| Anteil Einzelunternehmen | 74,6 % | 76,6 % | keine Angabe |
| Ohne unselbständig Beschäftigte | 78,5 % | 80,1 % | 82,5 % |
| Anteil Dienstleistungsbereich | rund 88 % | 86,9 % | 89,1 % |
Die Pressemitteilung zur Unternehmensdemografie 2024 weist keinen gesonderten Anteil der Einzelunternehmen aus; der zuletzt belegte Wert (76,6 Prozent) stammt aus dem Berichtsjahr 2023.
Kosten und Kapital der Gründung
Das Mindeststammkapital einer GmbH und einer FlexCo beträgt seit 2024 jeweils 10.000 Euro. Bei der vereinfachten Gründung einer Ein-Personen-Gesellschaft sind davon mindestens 5.000 Euro bar einzuzahlen. Die Anmeldung eines freien Gewerbes ist gebührenfrei.
| Position | Betrag | Quelle |
|---|---|---|
| Mindeststammkapital GmbH | 10.000 Euro | USP |
| Mindeststammkapital FlexCo (FlexKapG) | 10.000 Euro | USP |
| Bareinzahlung bei vereinfachter Gründung | mindestens 5.000 Euro | USP |
| Gerichtsgebühren Firmenbuch-Neueintragung GmbH | 522 Euro (47 Euro Eingabe plus 475 Euro Ersteintragung, seit 1. August 2026; entfällt bei Neugründung nach NeuFöG) | GGG im RIS |
| Mindestkörperschaftsteuer | 500 Euro pro Jahr (125 Euro je Quartal) | USP |
| Körperschaftsteuer | 23 % vom Gewinn | USP |
| Anmeldung freies Gewerbe | keine Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben | USP |
Die Mindestkörperschaftsteuer entspricht 5 Prozent des gesetzlichen Mindeststammkapitals von 10.000 Euro und ist kalendervierteljährlich zu entrichten (Quelle: USP, GmbH bzw. FlexKapG). Die gesetzlichen Grundlagen finden sich im GmbHG und im FlexKapGG (Rechtsinformationssystem des Bundes).
Begriffe kurz erklärt
Firmenbuch
Das Firmenbuch ist das öffentliche Verzeichnis, in das Kapitalgesellschaften und weitere eintragungspflichtige Unternehmen in Österreich eingetragen werden. Es enthält unter anderem die für Zustellungen maßgebliche Geschäftsanschrift jedes Unternehmens. Ein kostenloser Kurzauszug ist über die öffentliche Firmenbuchabfrage von JustizOnline abrufbar. Rechtsgrundlage ist das Firmenbuchgesetz.
Ladungsfähige Adresse
Eine ladungsfähige Adresse ist eine Geschäftsanschrift, an der ein Unternehmen amtliche Schriftstücke und gerichtliche Zustellungen rechtswirksam empfangen kann. Sie muss physisch existieren und eine Abgabestelle im Sinne des Zustellgesetzes sein; ein reines Postfach genügt nicht. Anders als ein Postfach hat eine ladungsfähige Adresse eine konkrete Straße und Hausnummer, an der eine bevollmächtigte Person die Post entgegennimmt (Rechtsgrundlage: Firmenbuchgesetz).
FlexCo (Flexible Kapitalgesellschaft)
Die FlexCo (Flexible Kapitalgesellschaft, gesetzlich FlexKapG) ist eine österreichische Kapitalgesellschaft, die seit 1. Jänner 2024 zur Verfügung steht. Sie baut auf dem GmbH-Recht auf, bietet aber zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten wie Unternehmenswert-Anteile für die Mitarbeiterbeteiligung. Das Mindeststammkapital beträgt wie bei der GmbH 10.000 Euro (Quellen: USP und FlexKapGG im RIS).
Gründungsstandort Wien und die Firmenbuch-Adresse
Jedes firmenbuchpflichtige Unternehmen benötigt eine für Zustellungen maßgebliche Geschäftsanschrift. Für eine GmbH oder FlexCo mit Sitz in Wien ist eine solche zustellfähige Adresse Voraussetzung für die Eintragung ins Firmenbuch. Die regionale Aufgliederung der Neugründungen nach Bundesländern, einschließlich Wien, veröffentlicht die Statistik Austria in den Detailtabellen zur allgemeinen Unternehmensdemografie.
Eine eigene Bürofläche ist dafür nicht erforderlich. Wie stark Büros heute tatsächlich genutzt werden und wie sich der Wiener Büromarkt seit 2019 entwickelt hat, zeigt die Statistik zur Büronutzung in Österreich.
Diese Statistiken zitieren
Sie dürfen die Zahlen und Tabellen dieser Seite frei zitieren und weiterverwenden. Bitte nennen Sie als Quelle Postservice.at und verlinken Sie auf diese Seite. Für die zugrunde liegenden Primärdaten geben Sie zusätzlich die jeweils genannte amtliche Quelle an (Statistik Austria, USP oder das Rechtsinformationssystem des Bundes).
Über Postservice.at
Postservice.at wird von der 1010 Works GmbH betrieben und stellt Unternehmen eine ladungsfähige Geschäftsadresse in 1010 Wien bereit, die als Firmensitz für das Firmenbuch, die Gewerbeanmeldung und das Impressum geeignet ist. Diese Statistikseite fasst öffentlich verfügbare Zahlen zum Gründungsgeschehen in Österreich zusammen und verweist auf die amtlichen Primärquellen.
Häufige Fragen zu Firmengründungen in Österreich
Wie viele Unternehmen werden in Österreich pro Jahr gegründet?
Im Jahr 2024 wurden laut Statistik Austria 39.554 Unternehmen in Österreich neu gegründet, rund fünf Prozent mehr als 2023. Die Zahl steigt seit 2021 kontinuierlich: 2021 waren es 35.371, 2022 rund 36.294 und 2023 rund 37.576 Neugründungen. Die Neugründungsrate lag 2024 bei 6,3 Prozent.
Wie viele Unternehmen wurden 2026 in Österreich registriert?
Im 2. Quartal 2026 verzeichnete die Statistik Austria vorläufig 15.533 Registrierungen rechtlicher Einheiten, um 11,1 Prozent weniger als im 2. Quartal 2025 (17.477). Im gesamten 1. Halbjahr 2026 waren es 34.765 Registrierungen. Eine Registrierung bezeichnet die Aufnahme einer rechtlichen Einheit in das Unternehmensregister der Verwaltung; sie gilt als Frühindikator und ist nicht mit einer Unternehmensgründung gleichzusetzen. Quelle: Statistik Austria, Registrierungen und Insolvenzen, veröffentlicht am 7. August 2026.
Was kostet die Gründung einer GmbH in Österreich?
Für eine GmbH ist ein Mindeststammkapital von 10.000 Euro erforderlich. Bei der vereinfachten Gründung einer Ein-Personen-GmbH müssen davon mindestens 5.000 Euro bar eingezahlt werden. Für die Eintragung ins Firmenbuch fallen seit 1. August 2026 Gerichtsgebühren von 522 Euro an (47 Euro Eingabe plus 475 Euro Ersteintragung), bei einer Neugründung nach dem NeuFöG entfallen sie. Laufend fällt eine Mindestkörperschaftsteuer von 500 Euro pro Jahr an (125 Euro je Quartal). Quellen: Unternehmensserviceportal (USP) und Gerichtsgebührengesetz.
Was ist eine FlexCo?
Die FlexCo (Flexible Kapitalgesellschaft, gesetzlich FlexKapG) ist eine österreichische Kapitalgesellschaft, die seit 1. Jänner 2024 zur Verfügung steht. Sie baut auf dem GmbH-Recht auf, erlaubt aber zusätzlich Unternehmenswert-Anteile für die Mitarbeiterbeteiligung. Das Mindeststammkapital beträgt wie bei der GmbH 10.000 Euro.
Wie hoch ist das Mindeststammkapital einer GmbH oder FlexCo?
Das Mindeststammkapital beträgt für die GmbH und die FlexCo jeweils 10.000 Euro. Bei der vereinfachten Gründung einer Ein-Personen-Gesellschaft ist davon mindestens die Hälfte, also 5.000 Euro, bar einzuzahlen. Grundlage sind das GmbHG und das FlexKapGG. Quelle: Unternehmensserviceportal (USP).
Was kostet die Gewerbeanmeldung in Österreich?
Die Anmeldung eines freien Gewerbes ist gebührenfrei: Es sind keine Stempelgebühren und keine Bundesverwaltungsabgaben zu entrichten. Das Gewerbe kann ab dem Tag der Anmeldung ausgeübt werden. Quelle: Unternehmensserviceportal (USP).