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Telefonbox fürs Büro: Anbieter, Preise und sinnvolle Nutzung

Telefonbox fürs Büro im Marktüberblick: Anbieter mit belegten Akustikwerten, Preise ab rund 2.750 Euro, Kaufkriterien und wofür sich die Box wirklich rechnet.

16. August 202610 Min. Lesezeit

Was kostet eine Telefonbox fürs Büro?

Eine Telefonbox fürs Büro für eine Person kostet im deutschsprachigen Markt zwischen rund 2.750 Euro netto und etwa 9.000 Euro netto, Boxen für zwei bis vier Personen liegen bei etwa 8.000 bis 16.000 Euro (Listenpreise von Hersteller- und Händlerseiten, abgerufen am 14. August 2026). Der Unterschied entsteht fast vollständig durch drei Dinge: die gemessene Schalldämmung, die Lüftungsleistung und die Grundfläche. Die Premium-Hersteller nennen ihre Preise gar nicht öffentlich.

Wer nur gelegentlich einen ruhigen Ort für Telefonate oder Aufnahmen braucht, fährt mit einem gemieteten Raum deutlich günstiger als mit einem Kauf. Dieser Artikel liefert beides: den Marktüberblick mit belegten Zahlen und die Rechnung, ab wann sich ein Kauf lohnt.

Warum Rückzugsorte im offenen Büro überhaupt gebraucht werden, steht ausführlich im Beitrag Telefonzelle im Büro: warum Rückzugsorte im Großraum wichtig sind. Hier geht es um die Umsetzung.

Welche Anbieter gibt es?

Der Markt teilt sich in drei Gruppen: spezialisierte Kabinen-Hersteller mit Direktvertrieb und Anfrage-Preisen, Büromöbel-Hersteller mit eigener Raum-in-Raum-Linie, und Händler, die konfektionierte Boxen mit Listenpreis verkaufen. Die folgende Übersicht enthält ausschlieߟlich Angaben, die am 14. August 2026 auf den Seiten der jeweiligen Hersteller oder Händler nachlesbar waren.

AnbieterSitzModell für 1 PersonAkustik laut AnbieterLüftungPreis
FrameryFinnlandFramery OneKlasse A, 30 dB Sprachpegelreduktion nach ISO 23351-1max. 26 l/s, entspricht 94 m³/hkein öffentlicher Preis
SilenEstlandSpace 1Klasse A, 30,1 dB nach ISO 23351-1:202027 l/s, Lüftung über Präsenzmelderkein öffentlicher Preis, Leasing über Händler ab 129 Euro monatlich
MuteWarschau, PolenSpace S30 bis 48 dB je nach Tonhöhe, ohne ISO-23351-1-Angabe63 m³/h, BewegungsmelderHändler-Leasing ab 174 Euro monatlich
BOSSE DesignHöxter, Deutschlandbosselino unoVerweis auf DIN EN ISO 16283-1 und 23351-1, ohne dB-Wert160 m³/hab 2.999 Euro netto im Hersteller-Shop
BeneWaidhofen an der Ybbs, ÖsterreichPhone Boothnicht veröffentlichtdreistufiges Luftaustauschsystemauf Anfrage
HammerbacherDeutschlandSilent Space TBSS1kein Normwert veröffentlichtDeckenlüfter mit etwa 14,7 dB(A) Eigengeräusch2.749 Euro netto bei office-discount.at
reofficeWien, Österreich (Händler)Cube 1 StandAnbieterangabe 30 bis 40 dB, ohne Normnicht angegeben2.799 Euro inklusive Umsatzsteuer
TOPREGALÖsterreich (Onlinehandel)LIA100, Raumfläche 870 x 866 mmnicht angegebennicht angegeben3.279,90 Euro netto

Achten Sie beim Vergleich auf die Steuerangabe: Die Tabelle mischt netto und brutto, weil die Anbieter es selbst unterschiedlich ausweisen. 2.799 Euro brutto entsprechen in Österreich rund 2.332 Euro netto.

Für mehrere Personen liegen die Listenpreise deutlich höher. Der Wiener Händler reoffice führt eine Zweierbox ab 10.500 Euro und eine Vierpersonenbox ab 13.999 Euro, jeweils inklusive Umsatzsteuer. TOPREGAL listet die Zweierkabine LIA150 mit 1.370 x 1.206 mm Raumfläche für 6.029,90 Euro netto.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Vier Kriterien entscheiden darüber, ob eine Box im Alltag funktioniert oder als teurer Kleiderschrank endet.

Akustik: ohne Norm ist die dB-Zahl wertlos

Das ist der wichtigste und am häufigsten übersehene Punkt. Im Markt kursieren zwei völlig verschiedene Messgrößen, und sie werden regelmäßig gegeneinander gestellt, obwohl sie nicht vergleichbar sind:

  • ISO 23351-1 misst die Sprachpegelreduktion DS,A einer Möbelkabine und sieht ein Klassifizierungsschema von A+ bis D vor: über 33 dB ist A+, 30 bis 33 dB ist A, 25 bis 30 dB ist B, 20 bis 25 dB ist C. Framery gibt für den Framery One 30 dB an, Silen für die Space 1 exakt 30,1 dB, beide Klasse A.
  • DIN EN ISO 16283-1 misst die Schallpegeldifferenz und liefert für dieselbe Bauart deutlich höhere Zahlen. Anbieter, die mit "bis zu 43 dB" werben, rechnen fast immer nach dieser Norm.

Eine Box mit "43 dB" nach ISO 16283-1 ist deshalb nicht besser als eine Box mit "30 dB" nach ISO 23351-1. Fragen Sie beim Angebot immer nach der Norm und nach dem Prüfbericht. Ein Händler nennt als Faustregel, dass günstigere Modelle bei 25 bis 30 dB liegen (Klasse B) und teurere bei 30 bis 33 dB (Klasse A). Wer gar keine Messwerte liefert, hat in der Regel auch keine.

Wichtig ist auߟerdem die Richtung: Für vertrauliche Gespräche zählt, dass nichts nach drauߟen dringt. Für konzentriertes Arbeiten zählt, dass nichts hereinkommt. Die Prüfwerte beschreiben meist nur die erste Richtung.

Lüftung: die Zahl, die im Datenblatt stehen sollte

In einer Kabine von rund einem Quadratmeter wird die Luft schnell stickig. Seriöse Anbieter nennen daher einen Luftstrom. Framery gibt für den Framery One maximal 94 m³/h an, BOSSE für den bosselino uno 160 m³/h, Mute für die Space S 63 m³/h. Gute Systeme schalten über einen Präsenz- oder Bewegungsmelder, wie es Silen und Mute beschreiben.

Achten Sie zusätzlich auf das Eigengeräusch des Lüfters. Hammerbacher weist für die Silent Space etwa 14,7 dB(A) aus. Eine Kabine, die Bürolärm aussperrt und dafür ein eigenes Rauschen erzeugt, hilft bei Videocalls und erst recht bei Aufnahmen nicht weiter.

Größe: ein Quadratmeter reicht zum Stehen, nicht zum Arbeiten

Einpersonenkabinen liegen typischerweise zwischen 1,0 und 1,25 Quadratmeter Grundfläche. Der Framery One misst 122 x 100 cm Auߟenmaß, die Silen Space 1 110 x 110 cm, die TOPREGAL LIA100 87 x 87 cm Raumfläche. Das genügt für ein Telefonat im Stehen oder einen Call am Stehpult. Wer eine Stunde konzentriert sitzen oder mit Laptop und zweitem Bildschirm arbeiten will, braucht die nächstgrößere Variante, und die kostet ungefähr das Doppelte bis Dreifache.

Prüfen Sie auch die benötigte Raumhöhe. Kabinen sind rund 2,15 bis 2,30 Meter hoch, für die Aufstellung brauchen manche Modelle mehr Deckenhöhe als ihre Endhöhe, weil sie beim Aufrichten Platz benötigen.

Die Posten, die im Preis oft nicht enthalten sind

Rechnen Sie vor der Entscheidung folgende Punkte dazu:

  • Anlieferung und Aufbau. Manche Anbieter liefern zur Bordsteinkante, nicht in den vierten Stock. Montage ist häufig ein kostenpflichtiges Zusatzpaket. Boxen wiegen zwischen etwa 210 und 360 Kilogramm.
  • Stromanschluss. Die Box braucht eine Steckdose in Reichweite. Ein nachträglich verlegter Anschluss kostet extra.
  • Zustimmung des Vermieters. Eine Box ist zwar frei aufstellbar und versetzbar, beansprucht aber Fläche und Bodenlast. Klären Sie das vor dem Kauf.
  • Brandschutz und Fluchtwege. Die Kabine darf keinen Fluchtweg verstellen. Das ist der häufigste Grund, warum eine bestellte Box am Ende woanders steht als geplant.
  • Wiederverkauf. Gebrauchte Boxen sind ein aktiver Markt. Das senkt die tatsächlichen Kosten, wenn Sie in zwei Jahren umziehen.

Wofür sich eine Telefonbox tatsächlich nutzen lässt

Die meisten Boxen werden als Telefonzelle gekauft und dann für ganz andere Dinge verwendet. Das ist kein Fehler, sondern oft der eigentliche Grund, warum sich die Investition rechnet.

Telefonate mit vertraulichem Inhalt. Personalgespräche, Abstimmungen über Kundendaten, Gespräche mit der Steuerberatung. Alles, was im offenen Raum niemand mithören soll. Videocalls. Der häufigste Anwendungsfall in hybriden Teams. Die Box liefert einen neutralen Hintergrund, konstante Beleuchtung und keine Kollegen im Bild. Framery baut in den Framery One dafür ein eigenes Videolicht ein, das mit 4000 Kelvin auf das Gesicht gerichtet ist. Fokus-Arbeit. Ein bis zwei Stunden am Stück ohne Zuruf, für Angebote, Konzepte oder Code. Dafür braucht es die größere Variante mit echtem Sitzplatz. Podcast- und Videoaufnahmen. Der Anwendungsfall mit dem größten wirtschaftlichen Hebel. In Österreich suchen monatlich rund 110 Personen nach "podcast studio wien" (Google-Suchvolumen Österreich, Stand: August 2026). Eine akustisch gedämmte Kabine ersetzt kein professionelles Tonstudio mit behandelter Raumakustik, liefert aber für Interviews, Voice-over und Remote-Aufnahmen eine deutlich sauberere Spur als ein Schreibtisch im Großraum. Hier zählt das Lüftergeräusch doppelt: Ein konstantes Rauschen bei 15 dB(A) fällt im Telefonat nicht auf, in der Aufnahme dagegen sofort. Bewerbungsgespräche und Erstgespräche. Wer Kandidatinnen und Kandidaten remote interviewt, braucht einen Raum, in dem beide Seiten offen sprechen können. Kurze Zweiergespräche. Zwei Personen, zehn Minuten, kein Meetingraum frei. Genau dafür sind die Zweierboxen gebaut.

Erst nutzen, dann kaufen

Bevor Sie mehrere tausend Euro binden, lohnt eine einfache Rechnung. Eine Einzelkabine für 3.000 Euro netto entspricht rund 120 Stunden gemieteter Raumnutzung, wenn Sie mit 25 Euro netto pro Stunde vergleichen. Bei einem kleinen Team mit zwei Stunden Bedarf pro Woche sind das mehr als ein Jahr, bevor der Kauf überhaupt gleichzieht. Viele Teams erreichen diese Auslastung nie und stellen fest, dass die Box die meiste Zeit leer steht.

Die naheliegende Alternative ist, den Bedarf zunächst zu mieten. Im Coworking Space von 1010 works in der Seitenstettengasse 5/37, 1010 Wien sind Telefonzellen in der Nutzung inkludiert und kosten nichts zusätzlich. Der Coworking-Tagespass ab 29 Euro netto enthält Arbeitsplatz, WLAN, Kaffee und den Zugang zu den Telefonzellen. Für längere Aufnahmen oder Gespräche zu mehreren ist ein Meetingraum ab 25 Euro netto pro Stunde die passendere Wahl, buchbar ab einer Stunde (Preise Stand: August 2026, netto zzgl. 20 Prozent Umsatzsteuer).

Kundinnen und Kunden von Postservice.at, die eine Geschäftsadresse in 1010 Wien nutzen, können die Räume am Standort bei Bedarf mitnutzen. Wer nach einigen Monaten feststellt, dass die Zellen ständig belegt sind, hat dann eine belastbare Auslastungszahl für die Kaufentscheidung statt einer Vermutung. Die Argumente und die Datenlage dazu, warum Rückzugsorte überhaupt gebraucht werden, stehen im Artikel Warum Telefonboxen im Büro wichtig sind.

Häufige Fragen

Was kostet eine Telefonbox fürs Büro in Österreich?

Einpersonenkabinen mit Listenpreis starten in Österreich bei rund 2.749 Euro netto (Hammerbacher Silent Space bei office-discount.at) beziehungsweise 2.799 Euro inklusive Umsatzsteuer (Cube 1 Stand beim Wiener Händler reoffice) und reichen bis etwa 11.000 Euro brutto für Premium-Modelle. Zweipersonenboxen beginnen bei rund 6.030 Euro netto, Boxen für vier Personen liegen bei etwa 14.000 Euro brutto. Framery und Silen veröffentlichen keine Preise, sondern arbeiten mit Angeboten. Alle Angaben Stand: 14. August 2026, ohne Anlieferung und Montage.

Wie viel Schalldämmung braucht eine Telefonbox?

Entscheidend ist nicht die dB-Zahl allein, sondern die Prüfnorm dahinter. Die ISO 23351-1 misst die Sprachpegelreduktion DS,A einer Möbelkabine und sieht ein Klassifizierungsschema von A+ bis D vor, wobei Klasse B bei 25 bis 30 dB und Klasse A bei 30 bis 33 dB liegt. Framery und Silen erreichen dort 30 beziehungsweise 30,1 dB und damit Klasse A. Werte nach DIN EN ISO 16283-1 fallen für dieselbe Bauart deutlich höher aus und dürfen nicht damit verglichen werden. Verlangen Sie den Prüfbericht mit Normangabe, bevor Sie bestellen.

Kann man eine Telefonbox als Podcast-Studio nutzen?

Für Interviews, Voice-over und Remote-Aufnahmen ist eine akustisch gedämmte Kabine gut geeignet, weil sie Störgeräusche aus dem Großraumbüro aussperrt. Ein professionelles Tonstudio mit behandelter Raumakustik ersetzt sie nicht. Prüfen Sie vor dem Kauf das Eigengeräusch der Lüftung, denn ein konstantes Rauschen ist in Aufnahmen deutlich hörbar. Für gelegentliche Aufnahmen ist ein stundenweise gebuchter Meetingraum meist die günstigere Lösung.

Lohnt sich Kaufen oder Mieten?

Als Faustregel gilt: Eine Kabine für 3.000 Euro netto entspricht etwa 120 Stunden gemieteter Raumnutzung zu 25 Euro netto pro Stunde. Liegt Ihr realistischer Bedarf darunter, ist Mieten günstiger. Einige Hersteller bieten zusätzlich Leasing an, über Händler etwa ab 129 Euro monatlich für eine Silen Space 1 oder ab 174 Euro monatlich für eine Mute Space S (Stand: August 2026). Ein praktischer Zwischenschritt ist, den Bedarf einige Monate über einen Coworking-Zugang mit inkludierten Telefonzellen zu decken und danach mit echten Nutzungszahlen zu entscheiden.

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