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Nachsendeauftrag Österreich: Kosten & Dauer

Nachsendeauftrag in Österreich online beantragen: 21,90 Euro je 3 Monate, eigener Unternehmenstarif, Fristen. Plus was bei Behördenpost und RSb gilt.

16. März 2026(aktualisiert: 14. August 2026)11 Min. Lesezeit

Nachsendeauftrag in Österreich: Alle Informationen auf einen Blick

Ein Nachsendeauftrag bei der Österreichischen Post AG sorgt dafür, dass Ihre Postsendungen automatisch von Ihrer alten an Ihre neue Adresse weitergeleitet werden. Für Privatpersonen kostet er im Inland 21,90 Euro je angefangene drei Kalendermonate, für Unternehmen gilt ein eigener Geschäftstarif von 51,90 Euro je drei Monate (Stand: August 2026). Die Einrichtung ist online oder in der Filiale möglich; die Post empfiehlt mindestens drei Werktage Vorlauf. Für Unternehmen mit höheren Anforderungen gibt es professionelle Alternativen wie die Postweiterleitung durch spezialisierte Anbieter.

Der klassische Nachsendeauftrag ist eine praktische Übergangslösung, hat aber seine Grenzen. Gerade für Unternehmer ist es wichtig zu wissen, was ein Nachsendeauftrag leisten kann und wo seine Einschränkungen liegen. RSa-Briefe etwa werden gar nicht nachgesendet, und bei der Zustellgeschwindigkeit entstehen Verzögerungen. Dieser Artikel zeigt Ihnen alle Optionen und hilft bei der Entscheidung für die richtige Lösung.

Was ist ein Nachsendeauftrag?

Ein Nachsendeauftrag (auch Nachsendung oder Postnachsendung) ist ein Dienst der Österreichischen Post AG, der bei einem Umzug oder Standortwechsel dafür sorgt, dass Post, die noch an die alte Adresse adressiert ist, automatisch an die neue Adresse weitergeleitet wird. Der Auftrag gilt für einen definierten Zeitraum und umfasst Briefe, Zeitschriften, Pakete und Einschreiben.

Für Unternehmen ist ein Nachsendeauftrag besonders bei einem Standortwechsel relevant. Nicht alle Geschäftspartner, Behörden und Kunden erfahren sofort von der neuen Adresse. Ohne Nachsendeauftrag gehen wichtige Schreiben möglicherweise zurück an den Absender oder werden gar nicht zugestellt. Das kann bei behördlicher Post besonders problematisch werden, da hier oft kurze Fristen gelten und die Zustellfiktion auch dann eintritt, wenn Sie von der Zustellung gar nichts mitbekommen haben.

Kosten des Nachsendeauftrags

Die Kosten für einen Nachsendeauftrag bei der Österreichischen Post AG richten sich nach Sendungsart, Ziel und danach, ob Sie als Privatperson oder als Unternehmen beauftragen. Abgerechnet wird je angefangene drei Kalendermonate:

LeistungPrivatpersonenUnternehmen
Brief und Päckchen, Inland21,90 Euro je 3 Monate51,90 Euro je 3 Monate
Brief und Päckchen, Ausland28,90 Euro je 3 Monate68,90 Euro je 3 Monate
Zusatzoption Pakete (Inland, bis 10 kg)11,90 Euro je 3 Monate24,90 Euro je 3 Monate

Ein halbes Jahr Nachsendung kostet damit 43,80 Euro für Privatpersonen und 103,80 Euro für Unternehmen (Inland, Brief und Päckchen). Die maximale Laufzeit beträgt ein Jahr. Die genannten Preise gelten mit Stand August 2026 und sollten vor Beauftragung auf der Website der Post geprüft werden (Quellen: Nachsendeauftrag für Privatkunden, Nachsendeauftrag für Geschäftskunden).

Zu beachten außerdem:

  • Die Paket-Nachsendung gibt es nur in Kombination mit dem Nachsendeauftrag für Brief und Päckchen, nicht einzeln
  • Mehrere Empfänger am selben Standort brauchen je einen eigenen Auftrag
  • Ab 10 Nachsendeaufträgen bietet die Post für Unternehmen einen Sammel-Nachsendeauftrag an
Hinweis: Die Post hat ihr Preismodell umgestellt. Früher gab es Fixpakete mit festen Laufzeiten zu niedrigeren Einstiegspreisen, heute wird je angefangene drei Kalendermonate abgerechnet. Ältere Preisangaben im Netz beziehen sich oft noch auf das alte Modell.

So richten Sie einen Nachsendeauftrag ein

Die Einrichtung eines Nachsendeauftrags ist auf zwei Wegen möglich:

  1. Online über post.at - Der schnellste Weg. Registrieren Sie sich auf der Website der Österreichischen Post, füllen Sie das Online-Formular aus und legitimieren Sie sich. Planen Sie mindestens drei Werktage Vorlauf bis zum gewünschten Start ein.
  1. In der Postfiliale - Füllen Sie das Nachsendeformular in einer beliebigen Postfiliale aus. Bringen Sie einen gültigen Lichtbildausweis und gegebenenfalls einen Firmenbuchauszug (bei Unternehmen) mit. Auch hier gilt: mindestens drei Werktage Vorlauf.

Schritt-für-Schritt: Online-Beauftragung

  1. Anmeldung auf post.at - Erstellen Sie ein Konto oder melden Sie sich an.
  2. Nachsendeauftrag auswählen - Navigieren Sie zum Bereich "Nachsendung" und wählen Sie "Nachsendeauftrag einrichten".
  3. Alte Adresse eingeben - Geben Sie die Adresse ein, von der die Post nachgesendet werden soll.
  4. Neue Adresse eingeben - Geben Sie die Zieladresse für die Nachsendung ein.
  5. Startdatum und Laufzeit wählen - Legen Sie fest, ab wann und wie lange die Nachsendung gelten soll.
  6. Legitimierung durchführen - Bestätigen Sie Ihre Identität (z.B. durch ID-Austria oder Identifikation in der Filiale).
  7. Bezahlung - Wählen Sie Ihre bevorzugte Zahlungsmethode und schließen Sie den Auftrag ab.

Einschränkungen des Nachsendeauftrags

Der Nachsendeauftrag der Österreichischen Post hat einige wichtige Einschränkungen, die besonders für Unternehmen relevant sind:

RSa-Briefe werden nicht nachgesendet

RSa-Briefe (zu eigenen Handen) sind von der Nachsendung ausgenommen. Kann die Zustellung nicht erfolgen, wird der Brief hinterlegt und eine Verständigung in den Briefkasten der alten Adresse eingeworfen. Die Sendung kann dann vom Empfänger persönlich oder von einer Person mit Postvollmacht übernommen werden. Diese Einschränkung ist für Unternehmer besonders relevant, da RSa-Briefe typischerweise bei Strafverfahren oder besonders wichtigen behördlichen Angelegenheiten zum Einsatz kommen. Mehr zu den Unterschieden zwischen RSa und RSb finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

RSb-Briefe bei Nachsendung

RSb-Briefe (nicht zu eigenen Handen) können grundsätzlich nachgesendet werden, jedoch kann es zu Verzögerungen kommen. An der neuen Adresse können RSb-Briefe auch an Mitbewohner oder bevollmächtigte Personen zugestellt werden. Wenn Sie eine Postvollmacht bei einem professionellen Dienstleister hinterlegt haben, kann dieser die RSb-Briefe sogar direkt an Ihrer Geschäftsadresse entgegennehmen, ohne den Umweg über die Nachsendung.

Zeitliche Verzögerung

Die Nachsendung verursacht eine Verzögerung von ein bis zwei Werktagen. Bei fristgebundener Post kann dies problematisch sein. Behördliche Bescheide mit kurzen Rechtsmittelfristen erreichen Sie möglicherweise erst, wenn bereits wertvolle Tage vergangen sind.

Pakete und Warensendungen

Pakete werden grundsätzlich nachgesendet, allerdings können bei größeren oder schwereren Sendungen zusätzliche Kosten anfallen. Express- und Spezialsendungen unterliegen gesonderten Regelungen.

Zeitungen und Zeitschriften

Abonnierte Zeitungen und Zeitschriften werden nachgesendet, jedoch empfiehlt es sich, den Verlag direkt über die Adressänderung zu informieren, um dauerhafte Zustellungen an die neue Adresse sicherzustellen.

Nachsendeauftrag für Unternehmen: Besonderheiten

Unternehmen haben bei einem Standortwechsel besondere Anforderungen an die Postzustellung. Folgende Punkte sind zu beachten:

Firmenbuch-Eintragung

Bei einem Standortwechsel muss die neue Adresse im Firmenbuch eingetragen werden. Bis zur Eintragung kann Post noch an die alte Adresse gehen. Ein Nachsendeauftrag überbrückt diese Übergangsphase.

Mehrere Empfänger

Wenn an Ihrem alten Standort Post für verschiedene Personen oder Abteilungen eingeht, benötigen Sie möglicherweise mehrere Nachsendeaufträge. Alternativ können Sie einen Auftrag für die gesamte Firma (Empfänger = Firmenname) einrichten.

Gewerbebehördliche Meldung

Die Änderung des Gewerbestandorts muss der Gewerbebehörde gemeldet werden. Bis alle Behörden die neue Adresse registriert haben, sorgt der Nachsendeauftrag für eine lückenlose Postzustellung.

Dauer der Übergangsphase

Erfahrungsgemäß dauert es drei bis sechs Monate, bis alle relevanten Stellen die neue Adresse vollständig übernommen haben. Ein Nachsendeauftrag von mindestens sechs Monaten ist daher für Unternehmen empfehlenswert.

Alternativen zum klassischen Nachsendeauftrag

Für Unternehmen, die mehr als nur eine einfache Weiterleitung benötigen, gibt es professionelle Alternativen:

Professionelle Postweiterleitung

Eine professionelle Postweiterleitung bietet im Vergleich zum Nachsendeauftrag deutliche Vorteile:

  • Täglicher Postempfang durch geschultes Personal
  • Sofortige Benachrichtigung über Posteingang
  • Digitalisierung der Post auf Wunsch
  • RSb-Briefe können mit Vollmacht entgegengenommen werden
  • Keine zeitliche Begrenzung
  • Paketannahme inklusive

Geschäftsadresse mit Postservice

Wer ohnehin eine neue ladungsfähige Geschäftsadresse sucht, kann die Postweiterleitung direkt damit verbinden. So lösen Sie zwei Herausforderungen auf einmal: den Postempfang und die professionelle Außenwirkung. Ein Virtual Office mit Postservice in Wien bietet zudem weitere Vorteile wie Telefonservice, Meetingräume oder digitale Postverarbeitung.

Mit einem Scan-Service gehen Sie noch einen Schritt weiter: Ihre Post wird nicht nur angenommen, sondern digitalisiert und Ihnen sofort per E-Mail zugestellt. So haben Sie von überall Zugriff auf Ihre Geschäftskorrespondenz. Die Pakete von Postservice.at bieten verschiedene Abstufungen je nach Ihren Anforderungen.

Postfach

Ein Postfach bei der Österreichischen Post bietet eine feste Adresse für Ihren Postempfang. Sie holen Ihre Post selbst ab, was Flexibilität bei der Zeitplanung bietet, aber auch regelmäßige Filialbesuche erfordert.

Häufige Fehler beim Nachsendeauftrag

Vermeiden Sie diese typischen Fehler bei der Einrichtung eines Nachsendeauftrags:

  • Zu spät einrichten: Richten Sie den Auftrag mindestens eine Woche vor dem Umzug ein, da die Aktivierung einige Tage dauert.
  • Falsche Schreibweise: Achten Sie auf die exakte Schreibweise des Empfängernamens, wie sie auf der Post verwendet wird.
  • Nur einen Empfänger angeben: Bei Unternehmen mit mehreren Empfängern müssen alle erfasst werden.
  • Zu kurze Laufzeit: Wählen Sie eine ausreichende Laufzeit (mindestens sechs Monate für Unternehmen).
  • Verlängerung vergessen: Wenn nach Ablauf noch Post an die alte Adresse geht, richten Sie rechtzeitig eine Verlängerung ein.
  • Keine Parallelstrategie: Informieren Sie gleichzeitig alle relevanten Stellen über die neue Adresse.

Nachsendeauftrag ins Ausland

Für Unternehmer mit temporärem Auslandsaufenthalt bietet die Post AG auch die Nachsendung ins Ausland an. Die Kosten liegen deutlich höher als bei der Inlandsnachsendung: 28,90 Euro je drei Monate für Privatpersonen und 68,90 Euro für Unternehmen, unabhängig vom Zielland (Stand: August 2026).

Für regelmäßige oder längere Auslandsaufenthalte ist ein digitaler Scan-Service die wirtschaftlichere Alternative. Dabei wird Ihre Post an einer festen Adresse in Österreich entgegengenommen, eingescannt und Ihnen digital zur Verfügung gestellt. So bleiben Sie weltweit informiert, ohne hohe Auslandsportokosten zu tragen. Mehr zum Thema digitale Post für Unternehmen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

Checkliste: Nachsendeauftrag einrichten

Nutzen Sie diese Checkliste, um nichts zu vergessen:

  1. Nachsendeauftrag mindestens eine Woche vor dem Umzug einrichten (Minimum der Post: drei Werktage Vorlauf)
  2. Alle Empfänger am alten Standort erfassen (bei Unternehmen auch Abteilungen)
  3. Laufzeit von mindestens sechs Monaten wählen
  4. Gleichzeitig alle Geschäftspartner und Behörden informieren
  5. Firmenbuch-Änderung beantragen
  6. Gewerbebehörde über Standortwechsel informieren
  7. Impressum und Website aktualisieren
  8. Visitenkarten und Briefpapier erneuern
  9. Online-Profile und Brancheneinträge aktualisieren
  10. Nach Ablauf des Auftrags prüfen, ob noch Post an die alte Adresse geht

FAQ: Häufige Fragen zum Nachsendeauftrag

Wie lange dauert es, bis ein Nachsendeauftrag aktiv ist?

Die Österreichische Post nennt mindestens drei Werktage Vorlaufzeit zwischen Beauftragung und Start der Nachsendung. Planen Sie daher ausreichend Vorlaufzeit ein und richten Sie den Auftrag am besten mindestens eine Woche vor dem tatsächlichen Umzug ein.

Werden RSa-Briefe an meine neue Adresse nachgesendet?

Nein, RSa-Briefe (Zustellung zu eigenen Handen) werden nicht nachgesendet. Sie werden dem Empfänger persönlich oder einer Person mit Postvollmacht zugestellt. Bei gescheiterter Zustellung werden sie bei der zuständigen Postfiliale hinterlegt. Eine Benachrichtigung wird an der alten Adresse eingeworfen. Diese Einschränkung ist ein wichtiger Grund, warum Unternehmen bei einem Standortwechsel alle Behörden schnellstmöglich über die neue Adresse informieren sollten.

Kann ich einen Nachsendeauftrag vorzeitig beenden?

Ja, ein Nachsendeauftrag kann jederzeit vorzeitig beendet werden. Dies ist in der Postfiliale oder online über Ihr Post-Konto möglich. Eine Rückerstattung des bereits bezahlten Betrags erfolgt in der Regel nicht. Die Beendigung wird innerhalb weniger Werktage wirksam.

Was passiert nach Ablauf des Nachsendeauftrags?

Nach Ablauf des Nachsendeauftrags wird Post, die noch an die alte Adresse adressiert ist, nicht mehr weitergeleitet. Sie wird entweder dem neuen Bewohner oder Mieter zugestellt (bei Briefkasten mit Ihrem alten Namen) oder geht mit dem Vermerk "Empfänger unbekannt" an den Absender zurück. Es ist daher wichtig, vor Ablauf alle relevanten Stellen über die neue Adresse informiert zu haben.

Kann ich den Nachsendeauftrag auch für einzelne Sendungsarten einrichten?

Nur eingeschränkt. Die Basis ist der Nachsendeauftrag für Briefe und Päckchen; die Paket-Nachsendung lässt sich als Zusatzoption dazubuchen, einzeln gibt es sie nicht. RSa-Briefe sind generell von der Nachsendung ausgenommen. Eine weitergehende Auswahl einzelner Sendungsarten bietet die Post nicht an. Wenn Sie eine differenzierte Postbehandlung benötigen, sollten Sie eine professionelle Postweiterleitung in Betracht ziehen, die individuelle Lösungen für verschiedene Sendungsarten bieten kann.

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Quellen

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